WebSDR Wismar

Die Idee zum WebSDR entstand im Januar 2018, nach dem Besuch eines Vortrages von OM Uwe (DL2SWR) zum Thema “90 Jahre Amateurfunk in Wismar”.
Eigentlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt seit über 35 Jahren nichts mehr mit dem Amateurfunk zu tun. Ich muss dazu sagen, dass ich seit frühster Kindheit durch meinen Vater (DM3KLA, DM3LA, DM2BVA,Y22VA) täglich mit dem Amateurfunk zu tun hatte. Leider hab ich es damals nie bis zur Lizenz geschafft – andere Dinge waren wir in meiner Jugend wichtiger
Jedenfalls hat Uwe, den ich ebenfalls aus meiner Jugend schon kannte, das Fieber für die Funkerei neu in mir entfacht.

Wieder zu Hause erinnerte ich mich, dass ich noch einen RTL2832U USB-Stick, der eigentlich für DVB-T Emfang gedacht war, liegen hatte.
Es dauerte nicht lange, da fand ich heraus, das diese Sticks sich auch gut zum Empfang von DVB-T fremden Frequenzen eigneten. Nun suchte ich eine geeignete Anwendung um dem Stick auch etwas zu entlocken. Ich fand “SDR-Radio” in Version V3.

Nach einigen Tests mit der Dachrinne als Antenne auf 2m war klar, ich wollte mehr…
Ich bestellte mir einen Ham It Up Plus – HF Up-Konverter um auch Kurzwelle mit dem Stick empfangen zu können.

Dazu wickelte ich mir einen 1:9 UnUn (nach Ruthroff) um meine Dachrinne besser anzupassen.
Das Ganze funktionierte auch, war aber nicht das, was ich erwartet hatte.
Glücklicherweise war in den Altbeständen meines Vaters noch eine Trommel mit isolierter Kupferlitze zu finden.
Daraus baute ich mir eine ca. 33m lange EndFeed, die ich dann von meinem Schornstein zu einer, als Mast umfunktionierten, alten CB Stationsantenne in ca. 8m Höhe hängte. Auch hier nutzte ich den 1:9 UnUn.

Hiermit konnte ich nun auf dem 80m Band, Stationen aus Europa empfangen und war zufrieden

Durch E-Mails von Uwe erfuhr ich vom WebSDR der University of Twente. Ich war begeistert von diesem Projekt und versuchte mehr darüber herauszufinden.
Ich kontaktierte Pieter-Tjerk (PA3FWM), den Erfinder der WebSDR Software, ob er mir die Software überlassen könnte. Er stellte mir diese dann einige Tage später zur Verfügung. Vielen Dank dafür an Pieter-Tjerk!

Ich suchte mir einen stromsparenden Mini-PC, auf dem ich Ubuntu Linux installierte. Nach der Treiberinstallation für den RTL-SDR Stick, folgte nun die Installation der WebSDR Software.
Nach einigen Stunden des experimentierens mit den Optionen in der websdr.cfg bekam ich das WebSDR erstmalig zum Laufen

Mir schwebte jetzt vor, die Weboberfläche noch anzupassen.
Ich wollte irgendwie versuchen, einen realen Receiver nachzuempfinden.
Dazu musste ich mich leider ein wenig tiefer in CSS reindenken – mag ich gar nicht…
Dementsprechend viele Tage musste ich in das “Facelift” des WebSDR dann auch investieren.

Aber irgendwann war es dann soweit…

Am 6. März 2018, Das WebSDR Wismar war geboren
…und gelistet auf www.websdr.org

Jetzt auch schon mit einem RTL-SDR für 80m mit Up-Converter sowie einem weiteren für das 2m Band an einer einfachen Omni Antenne

Einige Tage später baute ich mir einen Antennensplitter für Kurzwelle (nach DG9VH). Damit war es jetzt möglich, zwei RTL-SDRs an der Antenne betreiben.

Also konnte ich am 13. März 2018 einen weiteren RTL-SDR mit Up-Converter für das 40m Band aktivieren.

Am 15. März 2018 fragte ich bei Dan (YO3GGX) an, ob es möglich wäre, mein WebSDR über seine App “Pocket RxTx App for Android” zugänglich zu machen.
Einige Stunden später war das WebSDR Wismar auch über Pocket RxTx erreichbar! Vielen Dank dafür an Dan!

Mein lieber Uwe (DL2SWR), ließ es sich nun mehr nicht nehmen, das neue WebSDR in der Afu-Welt publik zu machen. Erst lokal im OV13 und dann sogar über die CQ-DL und den Funkamateur.
Am 25. April 2018 baute ich den Flagcounter in die Webseite ein um einen Überblick zu bekommen, wie viel Besuch mein WebSDR denn so bekam. Sehr erfreut konnte ich zwei Tage später schon mehr als 120 Besucher aus 22 verschiedenen Ländern verzeichnen – unglaublich!

Damit hatte ich ja nun gar nicht gerechnet.
Ich hatte jetzt ein in Einzelteilen auf dem Tisch rumliegendes WebSDR, welches nun von immer mehr OMs über das Internet genutzt wurde. Einfach mal so abschalten war nun nicht mehr möglich…

Also baute ich mir ein Behelfsgehäuse aus einer Blechkiste zusammen, in welche ich die Teile eines Abends dann auf die Schnelle reinbaute.
So steht das Konstrukt bis heute bei mir im Shack…

Fast genau zwei Jahre später (3. April 2020) ist die Statistik für mich schon sehr beeindruckend:

271.535 Besucher aus 152 Ländern!

Ein wenig hat sich seit dem auch noch verändert. So habe ich noch etwas am Design der Seite gebastelt und ein vierter RTL-SDR mit Up-Konverter für das 20m Band ist dazugekommen.
Auch bei den Antennen hat sich was getan. Für das 80m, 40m und 20m Band arbeitet jetzt ein 84m lange DeltaLoop und auf 2m empfängt eine Diamond X-200.

Seit dem 5. Februar 2019 bin ich lizensierter Funkamateur.
Mein aktuell größtes Problem ist daher:
Wenn ich meinen im letzten Jahr neu erstandenen IC-7300 nutzen will, störe ich natürlich mächtig auf dem WebSDR.
Aber nun ja, da die Antennen direkt nebeneinander hängen, kann ich aktuell nichts dagegen tun

Da ich mich aber seit geraumer Zeit mit einem neuen Projekt für die Amateurfunkgemeinschaft beschäftige, ergibt sich vielleicht später eine Abhilfe für dieses Problem…

Ich habe mir nämlich vor einiger Zeit eine kleine Anytone Handfunke für 2m und 70cm zugelegt – die kann auch DMR! (Tolles Teil…)
Leider gibt es im Umkreis der Hansestadt Wismar weder ein FM-Relais, noch einen DMR-Repeater. Ich kann mit der Dachantenne maximal DB0MAR oder DB0KUE für FM und DB0PC für DMR erreichen…

Da ich DMR für mich als sehr interessant erachte, mache ich mich also nun daran… einen DMR Repeater zu bauen.
Leichter gesagt als getan musste ich bisher feststellen. Mehr dazu dann in einem künftigen Post.

Aber!, wenn ich das neue DMR-Projekt wirklich zu Ende bringen sollte, benötige ich natürlich einen entsprechend exponierten Standort für den Repeater…
Vielleicht kann ich diesen Standort dann ja auch für das WebSDR nutzen!
Eventuell mit einer MiniWhip als Antenne?! Getestet hatte ich die schon einmal – ist vielversprechend

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